Die Geschichte des Sumpfernie‑Orchesters Öflingen beginnt im Jahre 1964.

Nach der Gründung der Hochrheinischen Narrenzünfte im Jahre 1964 durch den damaligen Präsidenten der Öflinger Narrenzunft Eberhard Neef, gab das im Februar 1965 in Öflingen vorgesehene Narrentreffen Anlaß zu Stammtischdiskussionen. Im Cafe Müller machte Hans Gutmann, bekannt unter dem Namen „Rommel“, den spontanen Vorschlag „do mache mer mit“. Der Vorschlag fand bei den anderen Anwesenden, deren Namen sich unter den Gründungsmitgliedern wiederfinden, begeisterte Zustimmung. Durch Zufall fand sich eine Gruppe Gleichgesinnter zusammnen, die in den folgenden Jahren die Öflinger Straßenfasnacht und als originelle Guggenmusik Umzüge belebte und letztlich zur Gründung des Vereins führte.

Von Hans Gutmann stammte die Idee, als „Giiger” aufzutreten. Er war es auch, der sich um die Streichinstrumente bemühte. Die Auftritte erfolgten standesgemäß in berufsmäßiger Kleidung mit Frack und Zylinder.

Guggenmusik war zu jener Zeit etwas neues, durch schräge Töne, Lärm, ohnehin ein Element der Fasnacht und originelle Bekleidung erkennbar. Die Guggenmusik als solche dürfte ihren Ursprung in Basel haben. Dort wurde sie erstmals 1926 zugelassen. Der Durchbruch gelang ihr nach 1948.

Zu Beginn der 60er Jahre fanden die Guggenmusiker auch in unserer Landschaft immer mehr Freunde. So sind die „Sumpfer“, wie sie im Volksmund genannt werden, eine der ersten Guggenmusiken am Hochrhein.

Rommel mit seinem Adlatus Manfred Urich, „Mamet“ genannt, waren dabei ein besonderes Gespann die sich immer wieder neue Gags einfallen ließen und so für viel Spaß sorgten.

Die Streiche von Mamet sind bereits Legende. Bei den Giigern spielte er den Kontrabaß (Baßgeige). Das Instrument war mit einem Türchen versehen und soll anläßlich eines Fasnachtsumzuges in Möhlin eine größere Zahl von Weinflaschen zum Inhalt gehabt haben.

Der Schafbock vom Rommel war über mehrere Jahre hinweg Maskottchen und treuer Begleiter bei Umzügen.

Die Instrumentierung mit Streichinstrumenten, die keiner richtig spielen konnte, wurde zwei Jahre später auf Blechinstrumente umgestellt. In Erinnerung ist noch die selbstgebastelte ca. zwei Meter große „Sumpfer Tuba“ von Hans Günther Weber. Waschbrett und Gießkanne ergänzten die Instrumente.

Seit 1968 erscheint das „Sumpfer Blatt“, eine fasnachtliche Schnitzelbank mit dem Untertitel „1. Öflinger Funk , Wirtschafts , Feigen und Deckblatt. In närrischem Text wird über dörfliche Ereignisse und Begebenheiten berichtet.

Die Guggenmusiker wurden schnell zu einem festen Bestandteil der Straßenfasnacht, dabei zeigte sich, daß der lose Haufen, im positiven Sinne zu verstehen, straffer organisiert werden mußte, um auf Dauer bestehen zu können. Dies war der Grund für die Vereinsgründung.

Am 16. April 1971 war es soweit. Neunzehn Personen fanden sich im Gasthaus „Zur Krone“ zur Vereinsgründung zusammen.

Hans Gutmann erläuterte die Zielsetzung des zu gründenden Vereins, die hauptsächlich darin bestehen soll, das alemannische Fasnachtsbrauchtum zu pflegen und zu fördern, die Straßenfasnacht zu beleben, so wie das Narrentreiben zu sichern und zu erhalten.

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